Contao vs. Homepage-Baukästen

von Dennis

Homepage-Baukästen sind auf dem Vormarsch und immer häufiger werden Agenturen gefragt, was den Einsatz von einem CMS wie Contao heute noch rechtfertigt.

Contao Jimdo Wix Baukasten

Neulich wurde ich von einer unserer Partner-Agenturen gebeten, Argumente für und gegen Homepage-Baukästen wie Jimdo, Wix und den 1und1 Homepage-Baukasten zusammenzufassen. Aber auch Pro und Kontra für den Einsatz von Contao zu sammeln und eine Empfehlung abzugeben, ab wann der Einsatz von Contao eigentlich sinnvoll ist.

In diesem Artikel habe ich unsere Antworten noch einmal zusammengefasst.

Was spricht für und gegen Homepage-Baukästen?

Zunächst einmal muss ich festhalten, dass ich Homepage-Baukästen nicht per se schlecht finde. Gerade wenn ich mir die Websites anschaue, die mit dem Branchenprimus der Homepage-Baukästen Squarespace gemacht werden, dann sehen die teilweise echt schick aus. Liegt aber vielleicht auch daran, dass Squarespace sogar von ein paar Designern und Entwicklern genutzt wird und deren Websites/Projekte dann als Vorzeigebeispiel genutzt werden.

Vorteile von Homepage-Baukästen

Was mir an Jimdo und Co. wirklich gut gefällt, ist die einfache Einrichtung und Bedienung. Einfach registrieren und schon kann es losgehen. Vorlage auswählen, Bilder hochladen, Texte bearbeiten/einfügen, all das hat man auch als „nicht so technikaffiner Mensch“ nach kurzer Zeit verstanden. Sogar ein Shop lässt sich damit realisieren.

Damit sind Homepage-Baukästen vor allen Dingen für Unternehmen, Existenzgründer und Startups geeignet, die schnell starten und mit minimalem Aufwand online gehen wollen.

Um die Systempflege muss man sich dabei keine Gedanken machen. Das übernimmt der Anbieter für einen.

Nachteile von Homepage-Baukästen

Homepage-Baukästen bieten zwar eine Vielzahl von Vorlagen an, doch nur bei den wenigsten Anbietern lässt sich die Vorlage so weit anpassen, dass man von einem individuellen Layout sprechen könnte. Nun kannst du sagen „Naja, heutzutage sehen doch sowieso alle Websites gleich aus“ und hast damit auch nicht ganz unrecht.

Die Ähnlichkeit zu anderen Websites mag das eine Problem sein. Viel größer sehe ich das Problem, dass sich Unternehmen dann mit ihren Inhalten an dem vorhandenen Layout orientieren müssen. Nur 4 Leistungen, obwohl die Vorlage 3 oder 6 Leistungsblöcke vorsieht? Sieht dann vielleicht nicht so schön aus.

Was vielen Unternehmen und Homepage-Baukästen momentan noch fehlt, ist der Blick für Konzeption und Design. Eine Stimme, die zur richtigen Zeit sagt: „das kannst du so nicht machen, weil …“. Vielleicht wird sich auch das mit der stetigen Verbesserung von künstlicher Intelligenz irgendwann ändern, aber davon scheinen wir auch 2 Jahre nach der Bekanntgabe von The Grid noch weit entfernt zu sein.

Auch die Individualisierungsmöglichkeiten sind bei Jimdo und Co. im Vergleich zu einem CMS wie Contao beschränkt. Bei Contao ist theoretisch alles möglich. Bei Homepage-Baukästen nur das, was die Entwickler der Systeme vorab als möglich und für möglichst viele Kunden interessant eingestuft haben. Deshalb bieten auch so wenige Agenturen Websites mit Jimdo an. Sie fühlen sich einfach in ihren Möglichkeiten beschränkt.

Was spricht für und gegen Contao?

Hat ein neues Unternehmen sich so langsam am Markt etabliert, dann wird auch die Frage nach einem einheitlichen Corporate Design immer wichtiger. Und genau hier stoßen wir mit den Homepage-Baukästen so langsam an die Grenzen des Machbaren.

Vorteile von Contao

Wir haben mittlerweile mehrere Websites von unterschiedlichen Homepage-Baukästen zu Contao portiert, weil die Unternehmen den „Kinderschuhen“ entwachsen waren und nun eine individuelle Lösung haben wollten. Sie wollten, dass ihre Inhalte die Gestaltung bestimmen und nicht umgekehrt. Und sie wollten meist eine individuelle Funktion, die sich mit Jimdo oder dem 1und1 Homepage-Baukasten nicht realisieren ließ.

Genau hier fängt für mich das Einsatzgebiet von Contao an: individuelle Gestaltung und Funktionen, die man mit einem Homepage-Baukasten nicht mehr umsetzen kann.

Broschüre und Website im gleichen Design, inkl. Hausschrift, und individuellen Form-Elementen? Dank Contao kein Problem. Zumindest theoretisch ist alles, was ein Designer gestaltet, auch in Contao umsetzbar (ob es so sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt). Dadurch können Agenturen ihren Kunden ein Corporate Design über alle Medien hinweg anbieten.

Was die Bedienung von Contao betrifft, so ist diese zwar nicht so einfach wie bei Jimdo oder Wix, aber nach 1-2 Stunden haben auch Laien die Arbeit mit dem CMS verstanden.

Richtig interessant wird es aber bei der Entwicklung von individuellen Funktionen:

Für einen Kunden haben wir beispielsweise eine Ansprechpartner-Erweiterung entwickelt. Der Seitenbesucher gibt einfach seinen Ort oder seine Postleitzahl ein und bekommt daraufhin seine Ansprechpartner für den Innen- und Außendienst angezeigt. Solch eine Funktion ist mit einem Homepage-Baukasten schlichtweg nicht möglich.

Oder nehmen wir das Anfrageformular, dass dem Seitenbesucher, je nach Auswahl, einen Download-Link zusätzlichen Infomaterial anbietet und gleichzeitig die Daten so in einer Datenbank speichert, dass diese mit einem CRM weiterverarbeitet werden können.

Mit einem CMS wie Contao kann aus jeder noch so verrückten Idee eine Funktion zur Präsentation, für die Vermarktung oder den Verkauf werden. Es gibt aber auch schon über 1.800 Contao-Erweiterungen, viele davon kostenlos, mit denen sich Contao um neue Funktionen erweitern lässt.

Nachteile von Contao

Natürlich hat auch Contao, so wie jedes, selbstgehostetes CMS, ein paar Nachteile. Allen voran: Es sollte immer jemanden geben, der sich um die Aktualisierung von Contao kümmert. Sei es eine Agentur oder jemand im Unternehmen. Das Einspielen von Updates und die Prüfung, ob noch alles so läuft wie bisher, muss aktiv von einer Person angestoßen werden und kostet Zeit und Geld. Bei einem Homepage-Baukasten passiert dies einfach im Hintergrund und ist über die monatliche Pauschale abgedeckt.

Apropos Kosten: Das Höchstmaß an Individualität hat seinen Preis. Selbst eine kleine Website mit Contao bekommt man normalerweise nicht für unter 2.000 Euro. Der Durchschnitt liegt eher bei 3.000 - 5.000 Euro.

Fazit

Homepage-Baukästen generell zu verteufeln und als „unprofessionell“ abzustempeln, halte ich für falsch. Gerade zu Beginn können sie für Unternehmen eine kostengünstige Alternative sein. Hat sich das Unternehmen etabliert, ist den „Kinderschuhen“ entwachsen und die Ansprüche werden größer, dann ist Contao der nächste, logische Schritt.

Aber es gibt natürlich auch Unternehmen, die können sich diesen Zwischenstopp sparen und gleich mit einem CMS wie Contao durchstarten.

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Kommentar von Yannick |

Hi Dennis,

auch hier habe ich wieder ähnliche Erfahrungen sammeln können, wie du sie beschrieben hast. Früher waren diese Systeme, was den generierten Code angeht, einfach nur scheuslich. Dies hat sich stark zum Positiven hin gewandelt, so dass ich Anfängern solche Systeme ruhigen Gewissens empfehlen kann, wenn diese für kleines Geld eine Website aufbauen und betreiben möchten. Jedoch biete ich dies, aus den von dir genannten Gründen nicht an, sondern warte, bis die Kunden eine individuelle Website haben möchte, was in der Regel recht schnell der Fall ist.

Viele Grüße,
Yannick

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